Dienstag, 18. August 2009

09.08.17 2 Wochen Kenia

Hallo liebe Leser und Freunde und Interessierte .......
dort im fernen Europa oder wo eine Jede/ ein Jeder gerade ist!
Nun will ich mal versuchen mich mal ein wenig rauszuziehen und ein wenig berichten, wasso alles um mich herum so geschieht. Es ist recht schwierig sich in dem Haus so richtig auf etwas zu konzentrieren und sich hier völlig zurück zu ziehen ist so gut wie unmöglich. Da es keine wirklich geschlossenen Räume gibt. Selbst die Fenster sind offen. Lediglich Metallstangen (zur Sicherung) sind darinnen. Die Fensterscheiben sind Lammellenartig in ein Metallgestell eingesetzt, so lassen sie sich mal senkrecht stellen und schräg- im Grunde also doch immer noch offen. Wenn ich mit meinen kleinen PC auftauche rufe ich zudem immer das Interesse der Kinder hervor. Sie wollen dann sehen was ich mache- fragen immer nach Picture, picture... . Dann lande ich irgendwann doch bei den Bildern.

Auch die Kamera zieht stets an wenn ich sie in der Hand habe -Bilder sind überaus beliebt.Aucf den Bildern läßt sich das ja auch leicht nachvollziehen. Stets die Aufforderung Picture, picture- sie stellen sich in Position. Natürlich muss dann auch gleich das Foto gezeigt werden, und dnann noch eines mit Emanuel und warum dann nicht auch mit Ramah, dann noch mit Kavute und mit Brille und ohne und aus der Nähe .... .

Jetzt hab ich also diese Anfragen umkurvt und sitze, wie jetzt zum Schreiben im Büro von Georges. Er ist hier sozusagen die rechte Hand des Manager, also der zweite „Manager“. Er mal Lehrer und dies kommt ihm hier Zugute- so hat er was zu sagen und anzuordnen.
Währendessen ist dies zu hören: Direkt rechts von mir, vor der (undichten) Tuer, wird auf einem elektronischen Klavier / Keyboard gespielt. Afrikanische Rhythmen mit unterlegtem Beat. Dazu Kinderstimmen, die ausprobieren, welche Tasten wie klingen. Der aound wechselt gerade zu softem Schwofischwebklingen.

Auf der linken Seite wird auf dem Holzkohleofen Reis gekocht. Im Flur geschieht das. Aus diesen Oefen stroemt halt immer eine Menge Gas, Stickstoffgase bei denen nach einiger Zeit der Hals anfängt zu kratzen. Dazu der Sound der Jugendlichen die das Essen kochen. Das geschieht in Eigenregie. Das alles fuer ca 4o Personen. Also entsprechen grosse Kochschalen.

Diese sind aus Aluminium und schon reichlich ramponiert und gewellt- irgendwann eben auch durchgeglüht, ebenso der Ofen. Die intensive Glut laesst ihn nach ca. 6 einfach zerfallen, das Metall ist durchgeglueht.

Es gibt heute also Reis und rote Bohnen in Sosse. Diese Bohnen gibt es allerdings etwa 8 x die Woche. Immer mitbedenken, dass Mittagss und Abends gekocht wird!

Als würzige Kocheinlage kommen auf diese Portion fuer 40 Personen ca. 8 Tomaten, drei Zwiebeln – und 10 -12 Knoblauchzehen werden noch hinzugefügt. Letztere werden in einem alten Holz-Mörser, zusammen mit Salz, zerstampft.

Wer sich vorstellen kann welche Wuerzkraft darinnen liegt, mag nachempfinden warum ich mir bereits am dritten Tag für 1500 Shilling Gewürze (und 500 Gr. Tee) gekauft habe.Ein Euro sind umgerechnet übrigens ca. 100 Kenia Shilling. Jedenfalls bin ich auf dem MArkt ganz sicher auch abgezockt worden- ich kriegs noch raus wie die Preise sind.Die Preise hier sind frei verhandelbar. Fuer uns Europaer werden von vornherein gleich mal der Preis um das 3-6fache angehoben. Dies muss man wissen und dan gleich mal bei dem angebotenen Preis für eine Mango für 50 Shilling, erst mal 10 bieten. Bezahlen muss man so zwischen 10 und 30 KSh dafuer- je nach Groesse. Ich krieg sie inzwischen für 15 bis 20 ... na wer lächelt denn da .. .!?

Die Gewuerze habe ich dann in den naechsten Tagen zum Essen jeweils mitgebracht und jedem der wollte etwas gegeben. Es gab Keinen der nicht kam- auch der Koch! Am zweiten Tag auch, am dritten wurde schon gefragt wo das Gewuerz sei. Am vierten Tag wurde ich zurueckhaltender mit Verteilen. Dann stoppte ich dies- die Haelfte war schon weg..... . Dabei blieb es denn auch. Der Koch liess sich noch ein paar mal was von mir auf seinen Teller geben. Die Grundidee war- wenn es allen doch geschmeckt hat, waere doch die Moeglichkeit das Essen mit etwas mehr Gewuerz einen gewissen Geschmack zu geben.... . Alle fanden es gut, nur umgesetz wurde nix. Was hoere ich denn da: Es ist kein Geld dafuer vorhanden, es ist zu teuer.

Ach ja- Von oben klingt der Fernseher durch. Die Kinder haben in ihrer "Freetime" Zeit das zu machen, was sie wollen. Das Ding zieht stets an.... . . Wenn einer die Kiste einschaltet, ist der Raum schnell gefüllt und sie sitzen auf dem Boden davor.

Von hinterrücks ist das Rufen der draussen spielenden Kinder gut wahrnehmbar. Dazwischen die uebrigen Jugendlichen die um die Kueche schleichen oder sich im Flur lautstark unterhalten. Kenia inbilio,... Wa saa keno da tuto. .. Tik wa amaama..... tafadali... lasalama... ekbaruja da vatano..... . klingt hindurch. Eigentlich soll ja Englisch gesprochen werden- doch untereinander wird dann doch zumeist Kiswaheli gesprochen. Damit haben die Kinder natuerlich einen grossen Vorteil uns Deutschen gegenüber - aber wir ja auch, denn um was abzusprechen, reden wir natuerlich Deutsch.So ganz allmählich merke ich, dass mein Pegel an Vokabeln sich weitet, jedenfalls bekomme ich das Meiste mit.....
Ich hab da von der Situation mit der Sprache grad ein Bild vor mir: Ein Meer, auf dem einzelne Kugeln (wie man sie zur Markierung von Netzen benutzt) schwimmen. Die Kugeln sind noch weit verteilt, es fehlt oft die Verbindung. Doch es tauchen stets neue Kugeln auf, Blubb, blubb, macht es und wieder ist eine da! Und da und dort und da und hier. So füllt sich allmählich das Meer und die auftauchenden Kugeln bilden langsam eine Verbindung untereinander und es ensteht ein immer sicheres Netz. Mit dem Kishuaheli geht es merklich langsamer. Konzentriere mich erst mal auf Englisch.
Die Zeit ist um.... spaeter weiter ....

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