Hab einen Brief bekommen vom deutschen Board. Sie entschuldigen sich fuer die lange Wartezei. Sie fragen an, dass ich in Baobab bleibe bis Dezember und darueber hinaus moechten sie mir dann spezielle Aufgaben geben. Das klingt doch erst mal fein. Vom Direktor wird nur erwaehnt, dass er mit mir nicht mehr kommunizieren wird sich aber zuruecknimmt.
Ich hab ihn mit durchaus angemessener Freude gelesen und gleichzeitig die Ohren NICHT aufgestellt. Wie gesagt- ohoh, ich fuerchte fast, ich will gar nicht mehr arbeiten.... . Hab vielmehr vor noch Touren zu machen die nun eher in die Wildnis fuehren und das andere Afrika zeigen. Allerdings dann auch das Geld kosten, was ich zuvor durch Arbeit verdient habe. :-) Na, versteht man schon. Will also in den Park Masai Mara und zum
Inzwischen geht mir das Gebettel auch nicht mehr so auf den Senkel. Kann gut zurueck argumentieren und die Situation ist dann nicht zuende damit, dass sie dem stoischen Europaer hinterher gucken. Momentan ist hier ein Gewitter... und - ? na, das bedeutet, das hier dann jederzeit der Strom abgedreht wird/ und ?? Na, dann ist alles weg was im Internet geschrieben wurde.... .
Was echt traurig stimmt, das sind die vielen zerlumpten Jungen die durch die Strasse ziehen. Sie haben eine Flasche in der Hand, gefuellt mit Glue, Klebstoff. Der scheint sie zu tresten, aber auch zu zerstoeren. Ihnen ist alles egal- sie scheinen allen Egal. Sie betteln. Liegen auf der Strasse herum und schlafen. Sie streunen durch die Gegend und betteln, was auch snst. Keine Familie im Hintergrund zu haben, heisst Nichts zu haben. So ist e shier. Die Polizei? Nein, die nimmt sie auch nicht mit. Denn dann haette sie die Knaben an der BAcke – sie wuessten ja auch nicht wohin. Heime, gibt es , eber die Muehe macht sich anscheinend kaum einer hier. Ja, so gehoeren sie zum Satdtbild wie die Fahraeder und Tuktuks, die dreiraedrigen Stinkerautos. Genau wie die Bananen und Mangos, die es stets gibt. Driesige dauernde Angebot des ueberall verfuegbaren scheint gross. Bei oberflaechlicher Betrachtung, ja.
Das ist wohl wahr. Genau genommen, gibt es aber von den aehnlichen Dingen die es hier so gibt , dann doch immer das gleiche und aehnliche. So gesehen, ist es eben arm und ein jeder der etwas verkauft hat dann nur schmales Geld, weil sein Nachbar die selben chinesichen Unterhosen, Ananas, Schuhe oder Telefonscratchkarten verkauft.
Andereseits muss e auch alles an jeder Ecke geben, denn der normale Afrikaner ist eben nur zu Fuss Mobil. Ja, schon per Boda Boda oder Tuktuk, doch das ist teuer. Also kauft jeder um die Ecke bei seinem Wohnort ein, so ist es zwangslaeufig, dass es ueberall alles gibt. Dadurch wird letztlich das bunte Stadtbild auch eintoenig, der Blick geht zunehmend ins Leere. Das Auge findet nichts was das Hirn noch anregen kann.
Das Bild von Bewegung bestimmt die Satrsse, die Bewegung der Menschen die stets alle und jeden Tag wieder dieselben Strassen beleben und dieselben Wege gehen und dieselben Dinge kaufen. Aber es ist interssant sie zu sehen, wie sie sich alle kleiden, schlicht und doch stets Frisch und sauber. Die Maenner haben so gut wie immer ein langaermeliges Hemd an und lange Hosen. Auch hier sind sie wenig bunt gekleidet. Manche Freaks gibt es wie auch bei uns. Mit langen Haeren sieht man kaum welche, meist geschoren. Die Haare taugen nicht zum lang wachsen. Besonders die Frauen sind auf die europaeischen Haare neidisch. Daher haben sie hier zu 80% Ersatzhaare. Die kunstvoll eingeflochten sind in ihre eigenen. So sieht man ulkige und witzige Haartrachten und sie wirken immer so gepflegt wie aus gutem Hause. Wo wohnen sie bloss?? Es gibt doch zu 80 % bloss diese einfachen, bis einfachsten Haeuser. Die Frauen tragen zum Stadtbild mit ihren farbenfrohen Kleidungsstuecken jedenfalls positive bei. Doch mit zunehmender Abendzeit verschwinden die moisten der Frauen und es sind meist Maenner unterwegs.
Abends wohin? Ja, es gibt ein Kino, ich weiss gar nicht wo, da lauft die ganze Woche ein Film, wann ?? nicht mitgekriegt. Die Leutchen gehen nicht weg? Doch, die, die es sich leisten koennen, in Kneipen, trinken ihr Tusker-Bier (schmeckt auch gut) und reden. Ja und Fussball gucken, die englische Liga ist hier die begehrte. Die Menschen sind auch hier sehr genuegsam, die Freizeit ist ja auch knapp. Einige wenige Tanzgelegenheiten gibt es. Ab und zu mal eine Band live, ja und dann/ das war es dann. Die Buergersteige warden hochgeklappt und die vielen Nachtwaechter schlafen auf ihren Plastikstuehlen vor den zu bewachenden Hauesern….. ihnen gelingt es die Nacht vor sich herzu gucken. Was fuer ein Job, aber sie haben einen!
Jobs sind hier Mangelware, wer einen hat kann ihn am naechsten Tag verlieren, wenn es dem Chef einfaellt ist es soweit. Es kommt dann eben der naechste zum Job. Daher ist das Geld ewig knapp und knapper.. .
Aus dem KReislauf kommt kenia so nicht heraus, es ist nicht moeglich. Es hat anscheinend auch keener Interesse dran.Warum auch, es geht doch auch so. Die Reichen stoert es nicht, die Armen koenen nichts machen. So ist nun auch hier Barak Obama der verehrte Heilsbringer und Hoffnungstraeger.
Warten gehoert zumAlltag, Puenktlichkeit wird nicht gepflegt. Und alles wird stoisch hingenommen. Dass sie mit der ihnen eigenen Freudigkeit und Lebendigkeit reagieren ist schon ein schooner Zug der immer wieder den Alltag belebt. Die Herzlichkeit jades Verkaeufers und des Bodabodafahrers, die am Boden sitzende Bettwaescheverkaueferin und die in der metallernen Telefonbox hockende Frau die ihre Kaertchen verkauft…..
So, nun muss ich senden, weil mir von der Cybershopbetreiberin gesagt wurde, dass der Strom jede Minute verschwinden wird….

