Donnerstag, 4. Februar 2010

28.1. Salvador Yemanja Capoeira Zuckerrohrmuseum Sonne

Auf dem Busweg in Salvador angekommen. Von hier gehts dann weiter nach Sao Paulo und Rio de Janeiro. Jonas kommt mit seinem Schiff nach Santos, also, treffe ich ihn hier doch mal und begucke seinen Arbeitsplatz.
Aber erst mal Salvador....

Geschichte
Im Jahre 1501, ein Jahre nach der Entdeckung Brasiliens durch Padro Alvadres Cabral, wurde die riesige Bucht mit ihren rund 100 Inseln durch Amerigo Vespucci entdeckt und wegen ihrer Ausmaße als "Allerheiligenbucht" getauft.
Gegründet wurde Salvador im Jahre 1549 von den Portugiesen. Der Hafen von Salvador diente als Umschlagplatz für den Zuckerrohr, der in dieser Gegend angebaut wurde und auch für den Sklavenhandel mit Westafrika.
Die Sklaven mussten auf den Plantagen und Zuckerrohrfeldern der Großgrundbesitzer arbeiten. Salvador da Bahia war im 16 Jh. die größte Metropole der südlichen Hemisphäre und blühendes Zentrum eines kulturellen Lebens.
Als in Minas Gerais Gold entdeckt wurde (1695) begann ein allmählicher Bedeutungsverlust. 1763 löste Rio de Janeiro Salvador als Hauptstadt des Kaiserreichs Brasilien ab. Die Abschaffung der Sklaverei 1888 leitete den endgültigen wirtschaftlichen Niedergang Salvadors ein. Auch wenn sich die wirtschaftliche Lage von Salvador heute wieder verbessert hat, so kann die Stadt an ihre frühere Bedeutung nicht mehr anknüpfen. Seit Mitte der 90er Jahre besinnt sich die Stadtverwaltung der Geschichte von Salvador.
Dank des UNESCO-Status als "kulturelles Erbe der Menschheit" gelang es die Altstadt, den Pelourinho, zu sanieren und als kulturelles und touristisches Zentrum von Salvador zu etablieren. KulturDeutlicher als im restlichen Brasilien ist in Salvador der afrikanische Einfluss spürbar. So haben beispielsweise eine Vielzahl afrikanischer Wörter und Begriffe im Lauf der Jahre Eingang in die portugiesische Sprache gefunden. Eine große Rolle spielt auch die Verehrung afrikanischer Götter (Candomblé), parallel zum praktizierten katholischen Glauben. Einige der Orixás entsprechen den katholischen Heiligen.
Außerdem nimmt die Capoeira, ein Kampftanz aus der Sklavenzeit, eine große Bedeutung im Leben Salvadors ein.Weiteres Merkmal afrikanischen Einflusses sind zweifellos die scharf gewürzten Speisen, deren afrikanische Namen auch heute noch wie selbstverständlich gebraucht werden (Vatapá, Caruru, Acarajé).KarnevalDer Karneval von Salvador unterscheidet sich grundlegend vom Karneval in Rio. Salvador rühmt sich, den größten Straßenkarneval der Welt zu haben. Millionen Menschen feiern und tanzen 6 Tage und Nächte lang durch die Stadt. Zahlreiche "Trio Electricos", Lkws mit großen Musikboxen und einer Bühne, auf der verschiedene Bands spielen, sorgen ununterbrochen für ausgelassene Stimmung. Viele bekannte brasilianische Musiker, insbesondere aus Salvador, lassen es sich nicht nehmen, an dieser Riesen-Party teilzunehmen, z.B. Ivete Sangalo, Daniela Mercury, Timbalada, Olodum, und viele andere.

Fotos - Salvador Fest Yemanja
http://picasaweb.google.com/Thomgel/SalvadorFestYemanja?feat=directlink

Was das ist - Yemanja? -->
Ein Fest für Iemanjá, afrikanische Meeresgöttin.
Im Stadtteil Rio Vermelho, seit etwa 1924, immer am 2. Februar. Wurde eingeführt von den Frauen der Fischer, die bei einem Gewitter der afrikanischen Meeresgöttin Opfer brachten, damit ihre Männer heil heimkommen. Sie kamen und auch noch mit einem guten Fang. Seither wird das Fest alljährlich von den Fischern organisiert. Bis in die dreißiger Jahre hinein ließen sie jeweils morgens auch noch eine Messe in der benachbarten Kirche lesen, was sie aber einstellten, als der Priester in der Predigt gegen die "heidnische" Verehrung von Iemanjá wetterte. Die Geschenke für Iemanjá sind vor allem Blumen, aber auch Schmuck und Parfüm.

Die Salvadorianer festen viel. Und die Religion hat ein besonderes Gewicht und eine manchmal merkwuerdige Mischung aus alter Afrika - Indio - Portugiesen - Tradition hervorgebracht. Fuer Interessierte hier etwas mehr:
http://www.antjeschrupp.de/salvador-feste.htm

Manche Bilder zeigen scheinbar kaempfende Maenner... Dies ist Capoeira...

Capoeira - Ein Kampf und ein Tanz, dazu mestre Di Mola aus Rio de Janeiro:
"Capoeira ist ein Teil der brasilianischen Kultur, es ist Kampf, es ist Tanz, es ist Gesang, es ist einfach wichtig, vor allem für die Kultur der brasilianischen Schwarzen."

In Brasilien ist der Kampfsport Capoeira allgegenwärtig, ein Teil des nationalen Selbstverständnisses, wie Fußball oder Samba. Eine Tradition, deren Wurzeln im 16. Jahrundert in Afrika liegen.

"Capoeira entstand in Brasilien in der Sklavenzeit und die Schwarzen haben das also nach Brasilien mitgenommen, also mehr so als Bewegung, als natürliche Körperbewegung, aber so als Capoeira, als Kampf hat es sich in Brasilien entwickelt."

Eine eigenartige Mischung aus Kampf und Tanz, die von den brasilianischen Schwarzen ursprünglich zur Selbstverteidigung gegen die Kolonialherren erfunden wurde.

"Die haben das so als Befreiungskampf entwickelt und das wurde dann so mit der Musik versteckt, die haben dann Musik gemacht und das hat so ausgesehen wie Tanz und dabei haben die dann Kampf gelernt. Und daher kam dann so die Mischung von Kampftanz und Musik. "

Herzstück des Capoeira ist der Berimbau, ein Instrument mit nur einer Saite, die nicht gezupft, sondern mit einem kleinen Stöckchen geschlagen wird. Unterstützt wird der Rythmus mit Trommeln und Tambourinen und durch das Klatschen der Gruppe, die einen Kreis bildet, in dessen Mitte zwei Spieler miteinander kämpfen.

Capoeira ist ein lustvoller, konkurrenzloser Sport ist. Das Spiel besteht aus einer Mischung von Tanzschritten, Akrobatik und Körpertäuschungen, gewissermaßen eine geschmeidige, rythmische Variante von Karate oder Tai Chi. Dabei wechseln die Rollen ständig. Wer Lust hat, zu kämpfen, kann einen der beiden Spieler im Kreis ablösen. Genauso wichtig wie der Kampf selbst ist aber die musikalische Unterstützung durch die Gruppe.

Was es noch zu sehen gab - Solar do Unhão - Der Ort an dem frueher der Zuckerrohr verarbeitet wurde- Heute ein Museum ... Leider wurde es schon dunkel, so dass ich nicht allzuviel ablichten konnte.. dafuer aber wunderbare Farben:
http://picasaweb.google.com/Thomgel/SalvadorMuseumSonne?feat=directlink

Das Museum
Diese alte Zuckermühle aus dem 18. Jahrhundert besteht aus mehreren Gebäuden, die um einen Innenhof gruppiert sind. Im Hauptgebäude befindet sich ein kleines Museum mit moderner Kunst, in dem Arbeiten von Portinari und Di Cavalcanti ausgestellt sind.

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